Inhouse-Seminar

Macht und Ohnmacht in der Jugendhilfe

Was passiert mit mir, wenn ich nicht mehr weiterweiß? Ein Seminar mit hohem Anteil an Selbsterfahrung und Selbstreflexion – für Fachkräfte, die ihre eigene Rolle im Beziehungsgeschehen besser verstehen wollen.

Die zentrale Frage

Was passiert eigentlich mit mir, während ich versuche, das Verhalten des anderen zu verändern?

Wer mit Menschen arbeitet, die Grenzen testen, provozieren oder Gewalt anwenden, ist selbst Teil der Situation. Auch Fachkräfte werden angespannt, gekränkt, hilflos oder wütend. Das ist menschlich und kein Zeichen mangelnder Professionalität.

Entscheidend ist, was wir daraus machen – und ob wir es bemerken. Das Seminar schafft einen geschützten Raum, um genau das zu erforschen.

Aus Ohnmacht kann Druck entstehen.
Aus Unsicherheit kann Kontrolle entstehen.
Aus Kränkung kann Konfrontation entstehen.

Inhalte

Womit sich die Teilnehmenden beschäftigen

Das Seminar verbindet persönliche Reflexion mit konkreten Situationen aus dem Berufsalltag.

Eigene Trigger
Was mich im Beruf besonders schnell aus der Fassung bringt – und warum.
Kontrollverlust & Hilflosigkeit
Momente, in denen nichts mehr zu funktionieren scheint, und die Impulse, die dann entstehen.
Kränkung & Provokation
Wie persönlich es wird – und wie sich Abstand gewinnen lässt.
Widerstand
Was Widerstand von Klientinnen und Klienten in mir auslöst und was er mitteilen könnte.
Persönliche Grenzen
Wo meine Belastungsgrenzen liegen und wie ich sie professionell vertrete.
Nähe und Distanz
Beziehungsgestaltung zwischen Engagement und Selbstschutz.
Biografisch geprägte Reaktionsmuster
Erfahrungen, die bis in den Berufsalltag hineinwirken.
Institutionelle Macht
Regeln, Sanktionen und Rollen: Macht, die wir ausüben, auch wenn wir sie nicht so nennen.
Professionelle Verantwortung
Wofür ich zuständig bin und wofür nicht.
Eigene Eskalationsmuster
Wie ich selbst zu einer Dynamik beitrage, ohne es zu wollen.
Eigene Deeskalationsmöglichkeiten
Was mir schon gelingt und was sich zusätzlich entwickeln lässt.
Selbststeuerung
Wege, auch unter Druck handlungsfähig zu bleiben.
Konkrete Situationen
Fälle und Szenen der Teilnehmenden als Ausgangspunkt der Arbeit.

Haltung

Ziel ist Bewusstsein – nicht Schuldzuweisung

Die Fachkraft wird als relevante Variable im Beziehungsgeschehen mitgedacht. Das bedeutet ausdrücklich nicht, ihr Verantwortung für das gewalttätige Verhalten anderer zuzuschreiben.

Es bedeutet: Wer die eigenen Reaktionen versteht, hat mehr Wahlmöglichkeiten. Genau darin liegt die Erweiterung professioneller Handlungsmöglichkeiten.

Steffen Knippertz nachdenklich, die Hand am Kinn

Das Seminar ist keine Therapie und kein Bewertungsverfahren. Persönliche Themen bleiben im Raum; niemand muss mehr preisgeben, als er oder sie möchte. Eine vertrauensvolle, wertschätzende Atmosphäre ist Voraussetzung.

Wie das Seminar verläuft

Selbsterfahrung, Reflexion, Transfer

Erleben

Selbsterfahrung

Übungen und Gespräche, in denen eigene Reaktionsmuster erfahrbar werden.

Verstehen

Reflexion

Einordnung im Team und in der Gruppe – mit fachlichen Modellen, die Orientierung geben.

Übertragen

Berufsalltag

Arbeit an konkreten Situationen und Verabredungen für den Umgang miteinander im Team.

Für wen? Pädagogische Teams, Fachkräfte der stationären Jugendhilfe und Wohngruppen, Leitungskräfte und Fachdienste. Das Seminar wird als Inhouse-Format in Ihrer Einrichtung durchgeführt; Umfang und Ablauf stimmen wir mit Ihnen ab.

Das Seminar in Ihrer Einrichtung durchführen

Gern besprechen wir, ob und wie das Seminar zu Ihrem Team passt – unverbindlich und ohne Vorbereitung.